Projekte im Rüdersdorfer Museumspark

10.1.2018

In dem Hennickendorfer Nachrichtenblatt "Wachtel" habe ich ein paar Worte zu den zukünftigen Projekten des Museumsparks geschrieben: 

 

Ein neues Jahr liegt vor uns – und mit ihm viele Tage, an denen wir etwas anpacken können in der Gemeinde. Nachdem ich ja in den letzten Ausgaben viel über die Kultur nachgedacht habe, hier vielleicht nur noch ein wichtiges Projekt dazu: Die Gemeinde hat die große Chance erhalten, Bundesfördermittel für den Städtebau zu erhalten. Durch geschicktes Formulieren im Antrag konnten wir Gelder bekommen, die normalerweise für Umwandlung von Militärobjekten oder Umbau in Stadtzentren verwendet werden. Rüdersdorf hat als Kernprojekt die denkmalgerechte Sanierung des Bergschreiberamtes, einem der ältesten Verwaltungsbauten der gesamten Region, erkoren. Damit soll der Eingang des Museumsparks weiter nach vorn geholt werden – und ein neuer Anziehungspunkt geschaffen werden. Die Älteren erinnern sich: Mit dem Café Le Marais und all den Kunstprojekten rund um das Haus in der Heinitzstraße 11 hatten wir schon einmal viel Leben an diesem Ort, das mit den neuen Schwerpunkten der Kultur GmbH damals verschwand. Die Sommeroperette holt einmal im Jahr buntes Treiben zurück in den Garten, auch das Standesamt liebt die Wiese am Wasser mit seinem Pavillon als Trauungs-Ort. Nun soll das Umfeld, die Heinitzstraße und das Haus selbst, schön gestaltet werden und mit neuem Leben erfüllt werden. Denn der Ort ist bestechend gut gelegen: Eigener Anleger für Fahrgastschiffahrt, großer Parkplatz schräg gegenüber, vor den Toren des Museumsparks. Da liegt es nahe, das Haus neu zu denken: Im Souterrain (also von der Straße aus gesehen, der Hof ist ja dann auf gleicher Höhe) soll ein Restaurant entstehen, das sogar den alten Gewölbekeller aus dem 17. Jhd. mitnutzen könnte. Mit Terrase zum Hof und in den Garten, Blick auf den Kanal und Bootsanleger. Einige potenzielle Pächter dafür waren schon da und haben besichtigt – damit sie mitplanen können bei Küche und Gasträumen. Eine Etage darüber, also auf Straßenniveau, sollen der neue Kassenbereich und die Tourist-Info Platz finden. Es ist außerdem viel Platz für aktuelle Ausstellungen und ein Trauzimmer für Regentage. Alles wird mit einem Fahrstuhl erschlossen. Unterm Dach soll dann die Verwaltung der „neuen“ Kultur-Gesellschaft einziehen, so sind alle wichtigen Funktionen unter einem Dach. Das bisherige Verwaltungsgebäude könnte auch zu Beherbungszwecken umgebaut werden, sodass wir dann mit den drei Steigerhäusern im Park viele Betten anbieten könnten, an die Qualität müsste man natürlich dringend ran. Der Weg dahin wird aufgewertet mit Bildtafeln und Spielplatz, dafür sind die Planungen abgeschlossen (Wer mehr über die Projekte wissen möchte, schaut am Besten im Netz: www.nationales-projekt-ruedersdorf.de). Durch Probleme bei der Statik haben sich die Planungen am Haus um fast ein Jahr verschoben, erst jetzt im Herbst kam die Genehmigung aus Strausberg zurück. Es wird ein hartes Stück Arbeit, das Hauptprojekt in diesem einen Jahr zu wuppen, allein die Ausschreibungen sind Mammutaufgaben. Die Projektkoordination war arg gebeutelt, da die Personaldecke in der Kultur GmbH, wo die Koordination angegliedert ist, im vergangen Jahr ja ein ganz eigenes Kapitel war. Inzwischen hat die Verwaltung hoffentlich erkannt, dass das Bauamt hier unterstützen muss, wenn man dass alles noch schaffen will. Ich hoffe, dass das nicht nur Lippenbekenntnisse sind – und wir wirklich diese Riesenchance nicht an Rüdersdorf vorbeigehen lassen. So ein schöner Ort mit Gastronomie bringt vielleicht auch die Dampfer wieder öfter in die Region – und dann ist der Weg zum Stienitzsee ja nicht mehr weit, vielleicht finden sich auch in Hennickendorf neue Ziele für den Wassertourismus, sei es die Turbinenhalle, das Strandbad oder andere Anlegemöglichkeiten Richtung Gummiwiesen, wer weiß?

Das alles gehört auf die Agenda, wenn wir unseren Ort entwickeln wollen. Wir brauchen gute Ideen – auch für die Ortszentren. Wenn wir in Rüdersdorf auf dem Marktplatz oder in Hennickendorf gegenüber des alten Rathauses neu bauen, dürfen wir nicht einfach die Dinge geschehen lassen, ich rufe seit geraumer Zeit zu einem professionellen Einzelhandelskonzept auf – damit wir Leben in die wichtigen Treffpunkte in den Ortszentren bekommen. Da reicht es nicht, mehr oder weniger fantasievolle Bebauung hinzustellen – aktive Auswahl von Geschäften und Branchen ist wichtig. Ein Standortmarketing, das nicht nur wartet, dass sich irgendwann jemand meldet, ist jetzt wichtig. Wir brauchen mehr Initiative. Wie ich neulich schon sagte: Unser Ort wirkt manchmal fast schon satt – dabei kann einem viel Innovationsfreude verloren gehen.

 

Auf ganz viele neue Ideen, neuen Mut und mehr Selbstbewusstsein für unsere Orte – in diesem Sinne: Frohes Neues Jahr!

 

 

 

 

Please reload

© 2016-2018 Stephen Ruebsam

 

  • Facebook - Black Circle
  • Instagram - Black Circle
  • Twitter - Black Circle
This site was designed with the
.com
website builder. Create your website today.
Start Now