Mut

für neue Wege.

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Eines habe ich gelernt in der letzten Zeit: Es gibt viel zu viele Politiker, die sich nicht trauen, für ihre Ziele zu stehen. Da steht ihnen mal der Parteiproporz im Weg, mal auch einfach die eigene Courage, dass es nicht immer allen gefällt, was man sagt. 

Dabei müssen wir darüber reden, wie es weitergehen soll in unserem Land. Irgendwie weiter durchmogeln geht nicht mehr. Wer Verantwortung für die nächsten Generationen übernehmen will, muss aufhören, immer nur kleine Schritte zu gehen. 

Der Klimawandel wartet weder auf die Autolobby noch auf CO2-Zertifikate. Wir müssen die Energiewende jetzt mit Riesenschritten umsetzen. Überregional denken, Gezeitenkraftwerke und Offshore mitdenken, kleine Lösungen für privat wieder besser fördern, anstatt Naturräume vollzustellen. Die seltsame EEG-Umlage renovieren und lieber einmal richtig Geld in die Hand nehmen. Endlich klare Zukunftspläne für Bergbauregionen zum Kohleausstieg.

Oder endlich den Menschen ein Gespür für gute Lebensmittel und Landwirtschaft geben, indem wir schon in den Schulen damit anfangen, gesunde Ernährung zu lehren. Mit guten Regeln und Förderungen auch für kleine, nachhaltige Flächen von Familienbetrieben ein neues Bewusstsein schaffen. Auch bei den Einkäufern von Handelsketten. 

Wir brauchen ein neues System für die Pflege. Wer nach Skandinavien schaut, sieht, wie es gehen kann. In Schweden beispielsweise ist Pflege steuerfinanziert. Die Pflegekräfte werden gut bezahlt, es gibt genug Personal, um für alle Zeit zu haben. Und (natürlich!!) muss kein Pflege-Unternehmen Profit machen. Die Schweden finanzieren das gerne, denn es geht um ihre eigene Zukunft. 

Neustart in der Bildung. Auch hier wieder ein Blick nach Skandinavien: In Finnland wird Bildung ganzheitlich gedacht, Kinder werden individuell gefördert, ein starres Schulfächer-Korsett verschwindet, es wird gemeinsam an hellen, modernen Schulen bis zum Abschluss gelernt. 

Für diese beiden Felder müssen wir viel Geld ausgeben – denn das ist unsere Zukunft. Keine halbgaren Kompromisse mehr, Mut zu einem radikalen Neuanfang. 

Und wenn wir schon dabei sind: Unsere Arbeit wird sich radikal verändern. Schon jetzt merken wir, wie Berufsfelder verschwinden, sich verändern. 

Ich bin ein glühender Verfechter des bedingungslosen Grundeinkommens für alle. Es werden so viele neue Chancen entstehen, es werden sich so viele neue Wege öffnen durch Technik und Fortschritt. 

Wir müssen den Menschen die Chance geben, Ihre Wege zu gehen. Sich auszuprobieren. Wenn in Zukunft ganze Jobfelder in Branchen wegfallen, weil sie durch Algorithmen ersetzt werden können (z.B. in Banken und Versicherungen), dann kann es wieder Wege geben, dass Menschen das tun, was ihnen Spaß macht. Wenn ein Grundstock da ist, kann man den Mut haben und einfach eine Firma gründen, einen Laden aufmachen, Dinge herstellen, Kunst machen. Selbstbestimmt leben. Nicht für die Miete einen Bullshit-Job machen. Oder gar mehrere. Wir werden uns immer mehr von Lohnarbeit entfernen. 

Und dafür muss die Politik Regeln schaffen, damit weiterhin Wertschöpfung funktioniert. Welche Anreize für Jobs muss es geben, wie kann das System finanziert werden? Muss es endlich Abgeltungssteuern und Transaktionssteuern geben? Oder Luxussteuern auf sinnlose Dinge? Alles Themen, die ersthaft auf den Tisch müssen. Nicht nur in ironische Nebensätze.  

Ich merke täglich, wie die Menschen das Gefühl haben, die Politik entferne sich von immer mehr von ihnen. Darum brauchen wir mehr Bürgerbeteiligung. Damit meine ich nicht andauernd Abstimmungen, denn viele Dinge kann man weder mit ja und nein beantworten, noch haben alle laufend Lust, irgendwo ihr Kreuzchen zu machen. Was wir brauchen sind Bürgerforen, also Runden mit Vertretern aus Wirtschaft, Vereinen, Bürgern und Politik, um Themen zu diskutieren und auf den Weg zu bringen. Sozusagen als Vorstufe zu Kommunal-, Kreis-, Landes- oder Bundes-Parlamenten. Damit die Menschen die Themen vorgeben und mitdiskutieren können. Und wenn alle an einem Tisch sitzen, kann man auch schon früh erkennen, was vielleicht gar nicht geht oder eben besonders gefördert werden müsste.

© 2016-2018 Stephen Ruebsam

 

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